Ätherkräfte

„Ätherkräfte“ ist ein anderer Ausdruck für Lebenskräfte und man könnte sie auch ganz allgemein als Lebensenergie bezeichnen. In allen Lebewesen, also in Pflanzen, Tieren und Menschen fließt eine lebenserschaffende und lebenserhaltende Energie, die die reine Materie, wie wir sie in einem leblosen Stein vorfinden, zu ständigen Verwandlungen und Metamorphosen führt.

Der Begriff „Äther“ geht schon auf Aristoteles zurück. Er ging von den vier Elementen aus und nahm den Äther hinzu, indem er sagte: „Er ist das, was etwas anderes ist als Erde, Wasser, Luft und Feuer, und ewig ist und ewig umläuft.“1 Aristoteles sah also in der Ätherkraft etwas, das ewig und damit unbegrenzt ist im Verhältnis zu der begrenzten Welt der vier Elemente.

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Die extremen statischen Verhältnisse eines Getreidehalmes, der ein Vielfaches seines Gesamtgewichtes zuoberst in der Ähre trägt und trotzdem in seiner Aufrichtekraft Wind und Wetter überdauert, lassen sich selbst mit modernster Technik nicht nachbauen. Es sind die aufstrebenden Lebenskräfte, die dies bewirken.

Die Begriffe Äther oder Energie sind sehr allgemein und deshalb ist es sehr schwer sich eine konkrete Vorstellung darüber zu bilden, was sich genau dahinter verbirgt. Es ist ein großer Verdienst Rudolf Steiners, dass er die Ätherkräfte näher erforscht und differenziert dargestellt hat. Er machte deutlich, dass man die Ätherkräfte nicht mit den physischen Sinnen wahrnehmen kann, weil sie nicht materiell sind, man könne sie aber an ihren Wirkungen erkennen und studieren. Eine Pflanze beispielsweise wächst in Leichtigkeit entgegen der Schwerkraft nach oben und unterliegt aufgrund des Ätherwirkens nicht den Gesetzen der Schwerkraft, wie das bei einem Stein der Fall ist. Oder, aus einem Getreidekorn entfaltet sich eine ganze Getreidepflanze mit vielen neuen Körnern. Eine lebensvolle Kraft bewirkt diese intensiven Verwandlungsprozesse. Entschwindet sie beim Absterben der Pflanze, dann bleibt nur noch die bloße Materie übrig, in der keine aufbauenden Vorgänge mehr stattfinden.

Rudolf Steiner unterschied in Entsprechung zu den vier Elementen vier verschiedene Ätherkräfte: Lebensäther, chemische Äther, Lichtäther und Feueräther. In ihrer Gesamtheit bilden sie den sogenannten Ätherleib von Pflanzen, Tieren und Menschen. Dieser durchdringt die physische Materie und bewirkt alle lebensvollen Prozesse in ihr. Von Heinz Grill wurden die Ätherkräfte weiter erforscht und beschrieben und praktische Schritte dargestellt, wie man sie schauen lernen kann.

Die Ätherkräfte sind sehr bedeutungsvoll für die Gesundheit des Menschen. Erschöpfen sie in der Natur, so werden die Pflanzen krank und schwach, erschöpfen sie im Menschen, gehen die regenerativen Kräfte verloren, die für die Gesundheit notwendig sind. Siehe auch Wiki-Seite zum Neuen Yogawillen.

1 aus: Ernst Marti, „Die vier Äther“, S. 11
© Foto Ruurd Pieters