Methoden der Suggestion und Manipulation

Zum Artikel in der Süddeutschen Zeitung vom 13.4.2019 mit der Schlagzeile „Der Guru“

Der Artikel betrifft Heinz Grill, den Begründer einer Philosophie der individuellen Spiritualität, die sich frei von Guru- und Gruppenanbindung und religiöser Institutionalisierung im einzelnen Individuum ausgestaltet. Drei ganze Seiten im Hauptteil der Wochenendausgabe weisen auf die Bedeutung hin, die ihm beigemessen wird. Die Intension ist, ihn zu vernichten, da sich in seiner Person diese individuelle Freiheit authentisch ausdrückt und ein solches Potential eine Gefahr für bestehende Macht- und Kollektivinteressen ist. Die Angaben für den Artikel scheinen größtenteils von der einflussreichen Familie B. aus München zu stammen.

Suggestion scheint heute das wirksamste, weil ungesehenste Mittel zur Beherrschung von Menschen zu sein. Eine erschreckende Tatsache, wenn man bedenkt, dass Journalisten beispielsweise zwei Jahre lang Millionen von Menschen derartig täuschen konnten, dass sie glaubten, dass Donald Trump ein russischer Kollaborateur oder gar Agent sei. Zwei Jahre lang hatten sie dies der Öffentlichkeit einsuggeriert, bis sich nun herausstellte, dass nichts davon wahr ist. Viel zu wenig macht sich der Leser den an ihm begangenen Missbrauch bewusst, aufgehetzt und als Waffe gegen andere Menschen benutzt zu werden. Was bedeutet es für seine seelische Gesundheit? Welchen Wert hat er als Mensch, wenn er für so dumm und unmündig gehalten wird, dass man dies mit ihm machen kann? Heinz Grill hat dieses Phänomen schon seit längerem erforscht und direkt eine Schulung zum aktiven Denken als Gegenpol zu den ständig wachsenden Suggestionen in unserer Zeit herausgearbeitet.

Mühelos und unbemerkt dringen Suggestionen mit ihren verborgenen Absichten in den Menschen ein und rauben ihm seine eigenständige Urteilsbildung – gerade jenes Werkzeug, das ihn unabhängig machen würde. In der Folge verliert er seinen gesunden Blick und wird mehr und mehr zum Spielball fremder Interessen und Machteinflüsse. Dem gegenüber steht ein aktives Denken mit einer sehr konkreten Art des Wahrnehmens und eines Denkens, das die Eindrücke sorgfältig sammelt, differenziert und ordnet. Hinzu kommt die Vorstellung, wie eine von Suggestionen freie Sprache idealerweise aussehen kann. Mit diesem objektiven Bezugspunkt wird die Urteilsbildung zu einer soliden Fähigkeit des Menschen, die sehr stabilisierend auf ihn wirkt. Jedes Individuum trägt das Entwicklungspotential und die Kapazität in sich, diese Fähigkeit auszubilden.

Das Bild des freien und selbstbestimmten Individuums, das sich unabhängig von Gruppenbildungen bewegt, ist ein ungewöhnlicher und gewagter Gedanke, bei dem man sich vielleicht sogleich etwas verloren fühlt und die Vorstellung dieser Unabhängigkeit nicht so leicht ertragen kann. In der Gruppe fühlt man sich geborgen, sicher und man kann sich hinter anderen verstecken, die eigene Identität von dieser ableiten und Verantwortung abgeben. Gruppenbildungen und ein freies Individuum bilden in den Augen von Heinz Grill einen Antagonismus. Damit zieht Heinz Grill seit Jahren auch stärkste Aggressionen von Seiten der Kirchen auf sich und Angriffe seitens Personen, deren spirituelles Ideal das Guru-Schüler-Verhältnis darstellt. Der Artikel in der Süddeutschen Zeitung bringt diese Verhältnisse auf beeindruckende Weise zum Ausdruck und ist ein lehrbuchreifes Beispiel für Suggestion und der Absicht zu manipulieren.

Der Artikel trägt in großen Lettern den Titel „Der Guru“

Guru“ wäre vom Wort her neutral, denn Guru bedeutet im indischen Wortgebrauch einfach „spiritueller oder religiöser Lehrer“. Hier im westlichen Sprachgebrauch und vor allem durch die Kirchen wurde der Begriff Guru fast ausschließlich abwertend geprägt im Sinne einer Person, die ihre Schüler ausbeutet, abhängig macht und Gerhirnwäsche betreibt. Der Titel „Der Guru“ suggeriert deshalb beim Leser von allem Anfang an das negative Gefühl eines gefährlichen Menschen. Der Leser erhält keine objektive Information, sondern wird mit der enthaltenen Bewertung in die vom Schreiber bereits festgelegte Richtung gedrängt, die ihn nicht mehr frei lässt, den Artikel vorurteilsfrei zu lesen.

Es folgen Schlagzeilen, die durch die verwendete Sprach-Form wie bewiesene Tatsachen wirken:

Christine und Wilhelm B. werden in ihrem Ferienhaus in Frankreich brutal getötet.

Die Umstände sind tatsächlich aber ungeklärt und dem Leser werden Berichte französischer Medien vorenthalten, die auch von einem möglichen Selbstmord sprechen.

Das Ärztepaar aus München, aber auch der mutmaßliche Mörder
gehörten zum Umfeld des charismatischen Yoga-Lehrers Heinz Grill.
Dessen Anhänger führen schon seit Jahren den Staat vor, lähmen die Justiz
und verfolgen gnadenlos alle Kritiker.“

Diese Aussagen sind falsch und ihre Verkettung suggeriert einen ursächlichen Zusammenhang mit Heinz Grill. Da es diesen nicht gibt, findet sich folglich auch kein einziger Beweis dafür im gesamten weiteren Text.

Die Wahl der Begriffe dient der weiteren suggestiven Manipulation des Lesers. „Mutmaßlicher Mörder“ erzeugt das Gefühl einer besonderen Brutalität und Kaltblütigkeit. Die Anklage indes lautete auf Totschlag, da die Ermittlungen Mord mit seinen Merkmalen der Heimtücke, Habgier, Grausamkeit und niederen Beweggründen ausgeschlossen haben. Mit „Umfeld“ wird ein besonders naher Kontakt zwischen dem Ärztepaar, dem mutmaßlichen Mörder und Heinz Grill suggeriert, der von ihm aus nicht bestand. Gegen das bedrängende Verhalten mit Missbrauch seines Namens durch die Ärztin musste er sich gerichtlich verwehren und sie zum Abstand zwingen. Heinz Grill ist von Jugend an Individualist und Einzelgänger. Der Begriff „Anhänger“ dient dazu die Suggestion „Umfeld“ zu verstärken und das Gefühl, es gäbe Werkzeuge des Gurus zu erzeugen. Als Anhänger wird zu diesem Zweck jeder definiert, der einmal ein Wort mit ihm gewechselt hat. Die Verwendung „charismatischer“ Yoga-Lehrer suggeriert, eine magische Einflusskraft, die Menschen bis zu Gewalttaten treiben könne. Der Begriff wirkt im nächsten Satz weiter und erzeugt unterschwellig das Gefühl, Heinz Grill wäre so einflussreich und staatsfeindlich und bringe Personen dazu, über mehrere Jahre den Staat vorzuführen und die Justiz zu lähmen.

Der letzte Satzteil „und verfolgen gnadenlos alle Kritiker“ erzeugt auf der Gefühlsebene einen Rückschluss mit den anfänglich getätigten Aussagen „brutal ermordet“ und „mutmaßlicher Mörder“ und hinterlässt das diffuse Bild von abartigen, kalt agierenden, gefährlichen Menschen. Eine Verfolgung von Kritikern hat zu keiner Zeit stattgefunden und kann deshalb im Artikel auch nicht belegt werden. Das ganze Gegenteil ist der Fall, Heinz Grill ist ein außerordentlich kommunikativer und verbindender Mensch und lädt Menschen auf seiner Website zu Kritik und Dialog ein.

Ein aktives Denken beginnt in der Betrachtung der einzelnen Worte und der Unterscheidung von belegten Tatsachen und bloßen Behauptungen, sowie mit dem Blick auf die Verknüpfung dieser. Dann folgt die Frage, was möchte der Schreiber aussagen, welches Motiv verfolgt er. Indem sich der Leser konkrete Vorstellungen über eine Sache bildet, beginnt er aktiv zu denken und bemerkt leichter die heimlichen Willenszugriffe auf ihn. Schließlich könnte das Ideal einer seriösen Berichterstattung hinzugefügt werden, welche objektive Tatsachen beschreibt und dem Leser selbst ein eigenes Urteil zugesteht. Ein frei lassender, weil beschreibender Titel könnte etwa folgendermaßen lauten:

Heinz Grill –
von der Kirche und der Familie B. als Guru verurteilt
und in weiten Personenkreisen als Begründer einer individuellen Spiritualität wertgeschätzt.“

Während die Suggestionen den Menschen schwächen und ihm die Fähigkeit zur Konzentration rauben, wird der Einzelne mit einem eigenständigen überschauenden Denken nicht nur freier von Fremdbestimmungen sondern er schult infolge des persönlichen Einsatzes in der Unterscheidung der täglichen Informationen und Einflüsse seine Bewusstseinskräfte sowie seine Konzentration. Für die verstorbene Ärztin Christine B. war eine derartige Schulung weit unter ihrem Niveau, da sie sich selbst als der verwirklichte Avatar (Heilsbringer) für Europa beschrieb und nur dieser verwirklichte Geist dem Menschen wirklich Freiheit schenken konnte. Sie verachtete die Philosophie des reifen Individuums, das keinen Guru benötigt zutiefst und bekämpfte diese. Ihre Guruvorstellung projizierte sie mit geschickter Intensität auf Heinz Grill, wie sie sich in dem Artikel fortsetzt. Das Ideal einer Spiritualität im einzelnen Individuum, vollkommen frei von religiösen Gruppenzugehörigkeiten und Gurusystemen, wie Heinz Grill sie beschreibt, muss ohne den bequemen Rückhalt in einem Meister auskommen. Es stellt das einzelne Individuum vor gesunde Herausforderungen und würde einer Kulturrevolution gleichkommen.