Esoterik und ihr Verhältnis zu Exoterik

Die Begriffe Esoterik und Exoterik beschreiben zunächst gegensätzliche Stufen des Wissens oder Erkennens. Auf dem Weg der Synthese, wie er hier beschrieben wird, treten sie in eine konkrete Verbindung.

Exoterik stammt von dem griechischen Wort exoterikos ab und bedeutet „nach außen gekehrt“ oder „äußerlich“. Sie bezeichnet eine Lehre oder ein Wissen, das allgemein verständlich und öffentlich zugänglich ist. Esoterik hingegen bezeichnet ein Wissen, das nur bestimmten Menschen zugänglich ist und nur durch geistiges Schauen und Einweihung erlangt werden kann. Esoterisches Wissen unterlag in vergangenen Zeiten in verschiedenen Einweihungsschulen der strengen Geheimhaltung und der sogenannte Geheimschüler musste einen intensiven Schulungsweg gehen, um sich ihm anzunähern.

In der heutigen Zeit hat das Wort Esoterik einen Bedeutungswandel erfahren. Es bezieht sich nicht mehr nur auf ein Wissen, das durch Einweihung erlangt wird, sondern umfasst eine breite Palette von Techniken, Methoden, Rituale und Übungen, die jeder praktizieren kann.

An den Studientagen soll von der ursprünglichen Bedeutung des Begriffes Esoterik ausgegangen werden und deshalb dienen als Arbeitsgrundlage Schriften und Aussagen, die einen Einweihungscharakter bzw. eine Initiationskraft in sich tragen. Der Weg der Synthese beschreibt in ganz konkreten Schritten, wie die geistigen Inhalte bis in die Praxis des Übens umgesetzt werden können, so dass sie sich dann in der Übung und im Menschen ausdrücken können. Ein geistiger Gedanke, der sich durch die intensive Auseinandersetzung bis in die Materie oder den Körper hinein ausdrückt und dadurch für jeden wahrnehmbar und sichtbar wird, hat eine reale exoterische Form erhalten. Ebenso sind alle praktischen Schritte zu seiner Ausgestaltung als exoterisch zu bezeichnen. Heinz Grill bezeichnet diesen Weg als einen „Weg von oben nach unten“.