Das Asana-Training am Wochenende 9./10. Mai 2026 fand in Naone mit 50 Personen statt. Das Thema war Yoga als Disziplin und Transformation.
Der Hauptreferent, Heinz Grill, gestaltete am Wochenende ein rhythmisches Üben, das sowohl den Bedürfnissen des Körpers entgegenkam, als auch denen des Bewusstseins nach Erweiterung. Die Bewegungen mit dem Körper waren mit intensivem Spannungsaufbau verbunden und ebenso mit Bewusstseinsphasen, in denen der Körper ruhig beobachtet werden konnte.
Am Samstag Vormittag stand die Beindynamik mit Höhepunkt Spagat im Mittelpunkt und am Nachmittag der Zyklus mit den Umkehrstellungen Schulterstand-Pflug-Brücke. Am Sonntag praktizierten wir hauptsächlich das Rückwärtsbeugen und dabei sehr ausführlich das Rad, sowohl von unten als auch von oben. Dass der Körper nicht überfordert wird, ist Heinz Grill ein großes Anliegen. Bei einer Zielsetzung wie beispielsweise dem Spagat ist deswegen darauf zu achten, dass der Körper nicht jeden Tag dieser Anforderung ausgesetzt ist, es eignet sich ein zweitägiger Rhythmus.
Heinz Grill versteht die Transformation im Yoga wie folgt: Der Mensch muss nicht bei der Genetik stehen bleiben. Wenn er einen universalen Gedanken ausgestaltet und auch konkret umsetzt, erschafft er eine darüber hinausgehende, höhere und edlere Form. (sinngemäß lt. Erinnerung d. Verf.)
Längere Ausführungen mit Ruhephasen, die mit schnellerer gezielter Dynamik abwechselten, führten zu Lebendigkeit und Leichtigkeit im Üben. Beim spannkräftigen Ausformen des Rades wurden die Ruhephasen von Heinz Grill so angeleitet, dass das Bewusstsein in Beziehung zum Körper treten und gleichzeitig das Bild der Übung nochmals aufgebaut werden konnte. Der Körper wurde an seine Grenze geführt, damit eine neue, höhere Form, die mehr dem Ideal entspricht, eingenommen werden konnte.
Das Bewusstsein braucht für den Transformationsprozess einen universalen Gedanken beziehungsweise ein ideales Bild. Dieser Gedanke wird durch Disziplin in die entsprechende Umsetzung geführt. Der Mensch bleibt auf diese Weise nicht bei seiner Genetik, bei seiner Veranlagung stehen, sondern transformiert sich durch diese fortschreitende Weiterentwicklung.

Das Tafelbild zeigt eine Zeichnung zum ersten Chakra, der Grundkraft zur Ausführung des Spagates. Der Übende erschafft die geballten, zentrifugal ausströmenden prana-Kräfte bewusst und übernimmt dadurch die Führung über seinen Körper. Es darf nicht zu einer Schwere aus dem oberen Bereich des Körpers kommen, was durch die horizontale Linie mit den drei nach unten zeigenden Pfeilen gekennzeichnet ist. Das Bewusstsein arbeitet am Körper, fügt ein Bild zum Körper hinzu, dadurch findet der Astralleib, bzw. das Bewusstsein eine Erweiterung. Dies wird auf der Tafel durch den alles umschließenden konvexen Bogen nach unten dargestellt. Die Transformation betrifft die Erweiterung des Bewusstseins in neue und höhere Form, die auch im Körper sichtbar wird.
